Mit dem Stromer unterwegs im Namen der Electrified Women: Der E-Cannonball 2021

Zwei Frauen vor einem elektrischen Mini

Von Berlin nach München im Elektro-Auto. Das klingt erst mal nicht ganz so spannend. Zumindest wenn man das Jahr 2021 schreibt und die Ladeinfrastruktur ganz allmählich mal aus ihren Kinderschuhen wächst und der Markt eine nicht zu verachtende Vielfalt an BEVs bietet.

Doch der E-Cannonball ist mehr als eine längere Tagestour von A nach B. Sonderaufgaben und ein ausgeklügeltes Punktesystem machen diese Verbrauchsvergleichsfahrt zu einer wahren Herausforderung, die Ende September 2021 gleich 70 Teams bewältigen wollten.

Und mittendrin sollte ich gemeinsam mit Steffi Pauels, 2. Vorsitzende der Electrified Women, einen Mini Cooper SE über Deutschlands Autobahnen lenken. Wir lernten uns erst wenige Wochen vor dem E-Cannonball bei der Bertha-Benz-Tour persönlich kennen: Ich war dem Verein gerade erst beigetreten, frisch in meinem neuen Ioniq5 unterwegs, Steffi hingegen kann man fast schon eine alte Häsin der Emobilität nennen. Aber die Chemie stimmte von Anfang an und so war die Wiedersehensfreude riesig, als meine Mitfahrerin mich mit dem Mini am Bahnhof in Potsdam abholte. Vor uns lag ein Wochenende voller Energie, Spannung aber vor allem jeder Menge Spaß.

Modellschau der besonderen Art

Doch bevor wir uns auf den Weg von Berlin in Richtung München aufmachen durften, war am Freitag erst einmal der Parc Fermé angesagt. Hier zeigten alle Teams was sie drauf und was sie unter der Haube haben. Die Autos wurden in wahre Ralley-Hingucker verwandelt und erhielten ihre Aufkleber. Ein buntes Treiben, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig beschnüffeln konnten, alte Bekannte sich wiedertrafen und neue Kontakte geknüpft wurden.

Und ein wenig Vereinstreffen war auch angesagt: in vielen anderen Teams war die ein oder andere Electrified Woman mit an Bord.

Zwei Frauen vor Auto-Anhänger, auf dem eine Biertisch-Garnitur steht
Swantje und Bine vor dem mobilen Stammtisch.

Swantje beispielsweise hatte den Kofferraum ihres Audis e-trons voll mit Getränkekisten gepackt: schließlich stand auf dem Anhänger eine ganze Biergarnitur und so war Team Kugelblitz als erster emobiler Stammtisch unterwegs. Warum? Ja, diese Frage hat sich Swantje später wohl auch das ein oder andere Mal gestellt, als das Erreichen der Etappenziele immer schwieriger wurde.

Weitere Vereinsmitglieder kamen einfach so zum Hallo sagen und Daumen drücken vorbei. Ich selbst traf die meisten an diesem Wochenende das erste Mal und dennoch war jede einzelne Begegnung so herzlich und freundlich als würde man sich schon sein halbes Leben kennen.

Feel the Energy

Und am Samstag war es dann endlich so weit. Pünktlich versammelten sich alle Teilnehmer vor dem Hotel, wo schon bald die einzelnen Teams nach Leistungsklassen aufgeteilt, zeitversetzt starten sollten. Die Spannung war nahezu greifbar und das Herz schlug bis zum Hals. Arnie Kröger fasst es perfekt zusammen:

„Mein Lieblingsmoment beim ECB sind die Minuten vor dem Start. Die Teilnehmer warten auf die Ansprache von Ove und es ist ganz still. Du spürst die Freude und Aufregung der Teilnehmer und dann kommt der „Feel the Energy“-Moment. Aus der Box kommt der Cannonball Song von Ray Stevens. Und dann ist die Energie da, jeder ist ON, egal ob als Teilnehmer, Team, Zuschauer oder Moderator. Diese Energie trägt dich durch den Tag und plötzlich ist ein 12 Stunden Moderationsmarathon ein Klacks.“

Kurz nach sechs Uhr war es dann auch für Steffi und mich so weit: Regina Stolze, E-Cannonball-Gewinnerin 2019 und natürlich eine EW, schwenkte die Fahne und gab uns viel Aloha mit auf den Weg. Erst jetzt erhielten wir einen Umschlag mit einem weiteren Etappenziel, das für einige Teams noch für einige Verzweiflung sorgen sollte. Wie bereits geschrieben: ein einfaches A nach B ist der E-Cannonball gewiss nicht. Hier geht es um Strategie, Köpfchen und auch eine kleine Portion Glück und wer am Ende die wenigsten Punkte auf seinem Konto hat, nennt den Sieg sein Eigen. Dabei zählen Ladestopps, gefahrene Kilometer, Durchschnittsverbrauch, Zeit der Zieleinfahrt und einiges mehr. Für uns stand von Anfang an fest: wir geben unser Bestes, aber der Spaß steht im Vordergrund.

Im Mini im Mini

Auto und Outfit waren aufeinander abgestimmt, die Stimmung ohnehin super und so machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Etappenziel. Kleine Hürden (gesperrte Ausfahrten, bockiges Auto, Kampf um den besten Ladeplatz…) bewältigten wir als Team problemlos und unsere Mischung half uns perfekt durch den Tag: Die ErFAHRENE, die sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen ließ und der Frischling, der jede Menge Ehrgeiz an den Tag legte, nicht zu enttäuschen.

An den Ladesäulen trafen wir immer wieder auf andere Teams und auch hier war von Rivalität nichts zu spüren. Eine Klassenfahrt, bei der sich alle Kamerad:innen bestens verstehen und auch den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg geben. Da war es fast schon traurig, wenn bei den Ladepausen keine Autos mit Ralley-Aufklebern zu sehen waren.

Steffi und Annika schauen unter die Haube. (Bild: E-Cannonball)

Am ersten Zwischenstopp gab es eine Foto-Challenge, bei der der Kreativität keine Grenzen gesetzt waren. Schaut euch hier doch mal die Ergebnisse an.

Das zweite Etappenziel, Schloss Harburg, führte uns dann über die „Romantische Landstraße“ und so bekam der E-Cannonball fast schon Ausflugs-Charakter. Am Schloss erwartete uns die Elctrified Woman Nazila, die hier den ganzen Tag die Stellung hielt, alle Teilnehmer in Empfang nahm und kontrollierte, dass niemand falsch parkte.

Bei der anschließenden Weiterfahrt wuchs allmählich der Wunsch, endlich ans Ziel zu gelangen. Um dieses schneller zu erreichen, wurde Steffi immer mutiger, was die Reichweite unseres Gefährts anbelangte. Während ich mit jedem Kilometer immer unruhiger wurde, meinte sie nur: „Ach das wird schon. Wir haben doch noch 20 Kilometer im Akku, da werden wir schon eine Lademöglichkeit finden.“

Parallel verfolgten wir nun immer gespannter die Routen der anderen Teams und auf der Karte konnten wir genau verfolgen, wie weit wir vor oder hinter den anderen lagen.

Kurz vor Ankunft spornte uns das noch mal so richtig an und wir schafften es tatsächlich, noch vor dem ID4 über die Ziellinie zu fahren (man muss gestehen, dass der Fahrer versehentlich falsch von der Autobahn abgefahren war).

Jubelnder Empfang

Eine besondere Überraschung wartete vor der Ziellinie auf uns: hier war der Stand unseres Vereins aufgebaut, wo den ganzen Tag fleißig über die Electrified Women und unsere Tätigkeiten aufgeklärt wurde.

„Es hat großen Spaß gemacht mit einer Gruppe unterschiedlichster Frauen so einen Standtag zu „rocken“. Man kennt sich (noch) nicht, aber man interagiert, jede trägt bei, jede brennt für die E-Mobilität, jede fiebert mit den Fahrerinnen und Fahrern auf der Strecke und im Ziel mit, jede freut sich über die rege Beteiligung, die Aufmerksamkeit, die den Fahrzeugen und denen, die schon mehr wissen als andere, entgegengebracht wird.“  So fasst Angelika den Tag in München zusammen.

Zwei Frauen in einem elektrischen Mini

Der Empfang, der uns hier bereitet wurde, war wahrlich sagenhaft: Als wir mit dem Mini um die Ecke fuhren war der Jubel und Beifall überwältigend und man fühlte sich schon fast, als wäre man Sieger.

Auf das Treppchen haben wir es zwar nicht gemacht, aber diese Begrüßung lässt das ohnehin in den Hintergrund rücken.

Nach der Zieleinfahrt gesellten wir uns mit den Stand und bald war es nicht mehr zu überhören, wenn eine weitere EW ins Ziel kam. So auch Kerstin:

„Wir hatten in unserem Team Openinverter.com jede Menge Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Danke an Stefanie Pauels, dass sie an mich gedacht hat.
Sie hat den Kontakt zu Johannes Hübner aus Niestetal hergestellt, als sie erfuhr, dass ihm der Beifahrer (sein Vater), abgesprungen ist.
So haben mein Partner Marc und ich die Möglichkeit bekommen, mit Johannes und seinem umgebauten VW Touran, den E-Cannonball diesmal nicht auf YouTube, sondern live zu erfahren. Der Touran mit Leaf Technik hat sich super geschlagen.“

Swantje mit ihrem Kugelblitz schaffte es am Ende auch ins Ziel. Schloss Harburg hatten sie und ihr Mann allerdings ausgelassen, da sie sonst wohl auf die Abendveranstaltung hätten verzichten müssen. Auch Lisa, die als Rotkäppchen mit ihren Datenzwergen unterwegs war, hat sich wacker geschlagen und eine klasse Leistung auf die Straße gebracht.

Eine besondere Ehrung erwartete Eva-Maria vom Team Sinclair, die einen pönen Schokal mit nach Hause nehmen durfte. Da floss dann auch die ein oder andere Träne.

Ein rauschendes Fest sorgte für den perfekten Abschluss dieses ereignisreichen Tages, den alle Beteiligten mit Sicherheit in schöner Erinnerung behalten werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bedanken, dass ich für die Electrified Women an den Start gehen durfte und Teil sein darf in diesem Verein, in dem sich die Frauen mit so viel Respekt, Freundlichkeit und vor allem stets auf Augenhöhe begegnen. Alle, die ich vergessen habe zu erwähnen, bitte ich um Entschuldigung, auch ihr habt dieses Wochenende zu etwas Besonderem und Unvergesslichem gemacht.

Besonders erwähnt sei auch noch einmal Nextmove, die uns großzügigerweise das Auto für das gesamte Wochenende zur Verfügung gestellt habe. Der Mini hat uns auf jeden Fall eine Menge Fahrspaß bereitet.

In diesem Jahr feiert der E-Cannonball ünbrigens seinen 5. Geburtstag und das gesamte Orga-Team rund um Arnie und Ove wird uns bestimmt wieder mit vielen wahnsinnigen, großartigen, berauschenden und elektrisierenden Überraschungen erfreuen. Am besten schaut ihr selbst mal nach, was einen so alles erwartet: E-Cannonball.

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